Als im Zuge der Corona-Pandemie mit den Auseinandersetzungen um die staatlichen Maßnahmen eine größere Belastungsprobe auf die Radikale Linke traf, scheiterte diese in einer für viele so nicht zu erwartenden Weise1. Die Folgen dieses Scheiterns sollten langsam mal allen sich noch als „links“ verstehenden Menschen bewusst werden.
In den ersten zwei Jahren der Pandemie wurde entlang der vom herrschenden System induzierten Polarisationslinie eine so fundamentale Spaltung der Linken in Gang gesetzt, wie sie in der Geschichte der BRD nach 1945 sonst nicht zu finden ist. Diese Spaltung wurde dann bei den beiden folgenden großen Polarisationsthemen, dem imperialistischen Überfall Russlands auf die Ukraine 2022 und dem Gaza-Krieg nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 fortgesetzt und vertieft.
Eine messbare Folge dieser Verwerfungen sind im Vergleich zu früheren Zeiten drastisch gesunkene Teilnehmendenzahlen bei Demos, was inzwischen schon Teilen der Szene aufgefallen ist. So stellte auch Bini Adamczak letzten Oktober die Frage, „Warum gehen Linke seltener auf Demos und sind insgesamt weniger politisch aktiv als noch vor einigen Jahren?“2.
Bini stellt darin fest, dass „das einschneidende historische Ereignis der letzten Zeit die Pandemie [ist]“, die „Spaltungen auch innerhalb der Linken erzeugt hat“ und „Öffentlichkeit zerstört und zu Privatisierungen geführt hat“. Sie sieht auch, „dass viele linke Orte, vom sozialen Zentrum zur linken Kneipe […] verdrängt wurden“. Bini liefert jedoch leider keine Analyse der tieferliegenden Ursachen dieser Entwicklung und versucht aus den „antifaschistischen Großproteste Anfang 2024 und 2025“ sowie aus den (für sie) überraschenden Zugewinnen der Partei „Die Linke“ Mut zu schöpfen und zählt am Ende die üblichen Handlungsoptionen auf, von „besser mobilisieren“ und Organisierungsfragen zu ungenutzten Mobiliserungspraktiken auf Stadtteilebene. Als Ansatz zur Überwindung der Spaltungen liefert sie zwar kein Konzept, aber sie stellt die Frage, „Wie können wir uns in diesen Krisen wärmenderunterstützen […]?“. Aus meiner Sicht ist fehlende Wärme ein richtiger Ansatzpunkt…
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Neben der allgemeinen Schwächung linker Politik zusammen mit der vollständigen politischen Marginalisierung linksradikaler Politik, die m.E. indirekt mit verantwortlich für ein Erstarken rechter Kräfte ist, ergibt sich – wie auch Bini Adamczak zurecht erwähnt (s.o.), auch eine zunehmende Gefährdung linker Projekte und Zentren durch rechtsextreme Angriffe und von rechts angetriebene Rollbacks. Neben dem Angriff auf linke Strukturen durch De-Banking, erfolgen eliminierende Angriffe auch durch Fördermittelentziehungen und Organisationsverboten. Nicht nur wurden dem Berliner Kulturzentrum Oyoun3 und anderen linken Gruppen nach Antisemitismus-Vorwürfen die Fördergelder gestrichen, inzwischen verlangt ein CDU-Krieger aus Frankfurt sogar ein Verbot der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ wegen Antisemitismus…4
Wer hierzu applaudiert, weil es einen halluzinierten internen „Feind“ getroffen hat, sei an Niemöllers Gedicht „Als sie die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen…“5 erinnert! Wer hierzu applaudiert, sollte mal neben sich schauen und dann vielleicht feststellen, dass mensch sich in einer üblen Querfront mit Rechten im Schulterschluss befindet, die inzwischen jede linke Systemkritik missbrauchen und auch mit Antisemitismus- und sogar Nazikeulen agieren. Der rechte Rollback geht global in breiter Front und mit der üblichen Salami-Taktik vor und in absehbarer Zeit werden diese Claqueure als Salamischeibchen enden, wenn sie nicht von ihrem Wahn herunterkommen. Währenddessen bekämpfen sich Gruppen und Strömungen untereinander und werfen sich dabei gegenseitig Autoritarismus vor – was bester Orwellscher Neusprech ist, weil alle Seiten allein durch den kämpferischen Umgang untereinander autoritär sind.
Was auf uns zukommt, wenn der auch von den Unions-Parteien getragene rechte Vormarsch fortschreitet oder gar die rechtsextremistische AfD an die Macht kommt, ist in Italien bereits zu erfahren, wo dieser Rollback unter der Regierung einer aus einem neofaschistischen Umfeld stammenden Giorgia Meloni bereits im vollen Gange ist:
Nach der endgültigen Räumung des 1994 besetzten (und danach ständig weiter vertriebenen) Centro Sociale Leoncavallo6 am 21. August 2025 in Mailand erfolgte am 18. Dezember 2025 die Räumung des 1996 erkämpften Centro Sociale Askatasuna7 in Turin8.
Das wurde aber in Deutschland weder in der Mainstream-Presse9 noch in (fast) keinem der einschlägigen linken Blogs erwähnt, auch nicht die Ausschreitungen in Turin nach einer Demo mit über 50.000 Teilnehmenden am 31. Januar 202610, in denen sich politisch der Protest gegen die Centro-Räumung mit der Palästina-Solidarität verband.
Die einzige Ausnahme ist der Blog von Bonustracks11, auf dem entsprechende Artikel publiziert wurden:
23.08.2025 „Zur Räumung des Leoncavallo“ (Übersetzung)
30.08.2025 „Anlässlich der Räumung des Leoncavallo“ (von Sergio Fontegher Bologna, Übersetzung)
23.12.2025 „Es lebe Askatasuna!“ (von Sergio Fontegher Bologna, Übersetzung)
01.02.2026 „Turin ist eine Stadt der Partisanen: Die Zukunft beginnt jetzt“ (übersetzte Stellungnahme von Askatasuna)
01.02.2026 „Gewalt und Kontext – Eine Einordnung aus Turin“ (Übersetzung)
02.02.2026 „Wenn das Volk auf den Mond zeigt, schaut der Dumme auf den Finger“ (Übersetzung)
03.02.2026 „Turin und Minneapolis“ (Übersetzung)
04.02.2026 „Intifada in Turin“ (Übersetzung eines Artikels von von Sergio Fontegher Bologna)
07.02.2026 „Der Wind von Turin“ (Übersetzung)
07.02.2026 „EINIGE GRUNDLEGENDE BANALITÄTEN ZUR DEMONSTRATION VOM 31. JANUAR“ (Übersetzung)
Ich weise auf diese jüngsten Ausschreitung in Turin nicht aus Lust am Spektakel hin und ich bin auch aus verschiedensten Gründen kein Freund der Insurrektionalisten, die in jedem Riot die Revolution winken sehen. Ich weise nur auf das Scheitern des Kampfs um zwei Centri Sociali in einem Italien hin. Ein Scheitern, das auch in Deutschland absehbar ist, wenn sich nicht endlich einiges fundamental ändert.
Ebenso, wie die Ausschreitungen am 31. Januar in Turin keinen Erfolg gehabt haben, würden die üblichen militanten Reaktionen bei uns keinen politischen Effekt (mehr) haben. Die Insurrektionalisten, die ausschließlich auf das Konzept Militanz setzen, haben bis heute nicht analysiert und verstanden, wie militante Konzepte gelegentlich doch zum Erfolg geführt haben – im Zusammenspiel mit eher kommunikativen Methoden: Die Hamburger Hafenstraße und die im Fahrwasser des Erfolg ihrer Durchsetzung mit erkämpfte Rote Flora sind vor allem durch eine breitere Verankerung und Unterstützung in Szene-externen Gesellschaftsschichten erkämpft worden. Und dazu gehörten neben „einer geschickt inszenierten Öffentlichkeits- und Medienarbeit“12 und dem Leaking rechtswidriger Behördenabsprachen auch jede Menge andere Aktionen, Vorträgen und Diskussionen in allen möglichen „bürgerlichen“ Gemeinden / Communities – also „Klingelputzen“. Nicht die Androhung von Toten bei einer Räumung der Hafenstraße, sondern zunehmende Sympathien, sogar innerhalb der SPD, waren für die Herrschenden gefährlich.
Ich sehe da auch eine ähnliche Entwicklung beim damaligen Widerstand gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, wo der militante Aktionsansatz sich teilweise auch im bürgerlichen Milieu verbreitete13, was für die CSU alarmierend war und 1989 mit zum Abbruch des Projekts führte (neben der auch durch die Proteste gestiegenen Kosten). Die Frage ist also, wieso nicht (mehr) anschlussfähig nach außen kommuniziert und agitiert werden kann.
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Aus meiner Sicht ist Kommunikation der Schlüssel zu einer erfolgreichen linken Politik, zuallererst innerhalb der Linken und dann über die Grenzen der isolierten Szene-Blase(n) hinweg in die Gesellschaft. Der aus meiner Sicht fundamentale Fehler der Linken, den ich seit Jahrzehnten beobachte und aktuell in größerer Form (Buchprojekt) aufarbeite, ist die kriegerische Grundhaltung im Umgang untereinander. Die fundamentale Ursache für das von Menschen verursachte Elend in der Welt ist nach meinen Analysen – sehr kurz gefasst – die global (bis auf wenige Ausnahmen) herrschende Kriegerkultur, die im Zuge der Sesshaftwerdung vor ca. 10.000 Jahren entstand, als eine Folge der Entstehung des Patriarchats samt damit verbunden neuem Eigentumsbegriffs. Diese Kriegerkultur führt aufgrund ihrer inneren Logik zwangsweise zu einer Konkurrenzkultur der Menschen, Stämme und „Völker“ untereinander und immerwährendem Krieg.
Die von Marx korrekt analysierte Herrschaftsform der kapitalistischen Ökonomie ist von ihm und v.a. seinen Apologeten fälschlich als Grundursache des Elends, als „Hauptwiderspruch“ deklariert worden. Falsch, weil die solche Ökonomie antreibende „Habgier“ keine unveränderliche Eigenschaft der Menschen ist, außer in negativen (rechten) Menschenbildern. Eine andere Welt ist möglich und wir verfügen bereits über einige (wenige) praktische Erfahrungen mit einem solidarischem Umgang untereinander, wobei ich unter Solidarität etwas ganz anderes verstehe, als merkantile Beziehungsverhältnisse oder kriegerische Zweckbündnisse. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, aber ebenso bestimmt das Bewusstsein das Sein. Eine wirksame Lösung muss beide Kräfte berücksichtigen.
Da die Linke ihr Augenmerk hauptsächlich auf die ökonomischen Randbedingungen gerichtet hat und wesentliche Aspekte wie das Patriarchat als „Nebenwiderspruch“ abgetan und weitgehend ignoriert hat, sind ihr nicht nur die Möglichkeiten, sich aus dieser Kritik heraus weiter zu entwickeln, entgangen, sie pflegt und reproduziert die „außen“ herrschende „Schweinesystem“ in Form dessen Krieger- und Konkurrenzkultur auch untereinander. Die aus einem militärischen Denken entwickelte Freund-Feind-Linie verläuft nicht zwischen Klassen oder Gruppen, sie verläuft genau durch jede* einzelne* von uns, da wir alle unkooperativ-kriegerisch sozialisiert wurden. Den männlich Sozialisierten kommt dabei eine wesentliche Rolle zu, nicht in Form von Stellvertreterpolitik für die diskriminierten Frauen, sondern auch als Akt der eigenen Emanzipation von den emotionalen Verstümmelungen bei der Erziehung „kleiner Krieger“.
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Die Kriegerkultur erzeugt aus dem dazu notwendigen militärischen Denken heraus eine binäre Weltsicht, die Nichtmitglieder der eigenen Gruppe sofort in Freund oder Feind aufteilen muss. Dieser Zeitmangel bewirkt eine Orientierung an Oberflächlichkeiten / Stereotypen und die militärische Zuordnung in zwei (oder nur wenigen) Schubladen verhindert die Wahrnehmung von Zwischentönen, fließenden Übergängen etc., also wesentlichen Teilen der Realität. Daher werden auch oft Widersprüche zu diesen Simplifizierungen als Angriff empfunden und vehement bekämpft.

Am deutlichsten hat sich das in der nachkriegsdeutschen Linken bei der Positionierung zum Nahostkonflikt gezeigt, wo die Polarisierung am extremsten ausgeformt ist. Das Problem ist dabei nicht ein Mangel an Fragen, Informationen, Analysen oder Argumenten, das Problem ist die unmittelbare Verschubladung jeder sich äußernden Person ins „andere Lager“, wenn ein kritischer Aspekt thematisiert wird. Das ist das Ende jeglichen aufgeklärten Dialogs und letztendlich ein interner Krieg, ja ein Bürgerkrieg innerhalb der Linken entlang von außen diktierter Polarisationslinien.
Entsprechend der Logik des Krieges sind im Krieg alle Mittel „erlaubt“ und so darf es nicht verwundern, wenn sich zunehmend selbsternannte linker Sittenwächter*innen zur Ausrufung linker Verdammungs-Fatwas berechtigt sehen und anfangen, echte oder vermeintliche Gegner*innen zu outen und mit Klarnamen und mehr an den einen oder anderen Pranger zu stellen14. Während aber beim antifaschistischen Outing von Rechtsextremen die Wirkung sich über eine (immer noch) vorhandene gesellschaftlich Ächtung von Nazis entfaltet, gefährdet das gegen Linke gerichtete Outing Linke durch erhöhte Angriffsmöglichkeiten durch Faschos oder staatlichen Repressionsorganen. Zu sagen, Denunzianten sind die größten Lumpen im Land, ist unzureichend, es sind konterrevolutionäre Verräter, auf dem Weg, in die Schuhe eines Johannes Domhövers zu schlüpfen. Und dabei fühlen sie sich – wie jede Kriegspartei – als „die Guten“ und „im Recht“.
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Wenn jede Abweichung von der eigenen Meinung als eine feindliche verstanden und deren echte oder vermeintliche Träger*in als „Feind“ gesehen wird, dann ist das fatal, wie es spätestens im Zusammenbruch einer (halbwegs) aufgeklärten Kommunikation im Zuge der Corona-Polarisation ersichtlich wurde. Anstatt Widersprüche und Ambivalenzen auszuhalten und produktiv zu nutzen, verendete der letzte Rest der rationalen Aufklärung unter dem Druck der Angstpolitik der Herrschenden zu quasireligiösen Überzeugungen von „der Wahrheit“ – ein Rückfall um drei Jahrhunderte emanzipatorischer Entwicklungsgeschichte, eine Ausblendung aller kritischen Erkenntnistheorie und damit ein Verlassen der Grundlagen der wissenschaftlichen Methode und damit das Ende von rationalen Diskursen auf Basis von Argumentation undjeder Dialektik.
Ähnlich verhält es sich im Umgang mit Konflikten und Scheitern. Es lässt sich zeigen, dass eine Kriegerkultur unfähig ist, eine echte Fehlerkultur zu entwickeln und zu leben, egal ob innerhalb kapitalistischer Unternehmen oder in linken Zusammenhängen, da Krieger*innen über das verinnerlichte Schubladendenken bei Fehleranalysen nur zu einem archaisch-unmenschlichen Schuld-und-Sühne-Konzept fähig sind, aber nicht zur Erkennung systemischer Ursachen, und da sie nur das Konzept von Kontrolle und Maßregelung kennen. Sie können in ihrem Bürgerkrieg schlichtweg niemals eine / die fundamentale Systemfrage stellen, da ihre Lösungen wieder nur Kontrolle und Maßregelung beinhaltet. Daran sind auch die Sowjetunion und ihre DDR gescheitert.
Anstatt Konflikte als Chance zur emanzipatorischen Weiterentwicklung (für alle Beteiligten) zu sehen und sich zusammen zu setzen, um diese zu lösen, werden sie in Ist-nicht-mein-Problem-Manier stehen gelassen oder Sündenböcke gesucht oder eine angebliche Unlösbarkeit eines Konflikts auch noch der jeweils anderen Seite in die Schuhe geschoben. Aber jeder ungelöste Konflikt gärt und wirkt zersetzend weiter und zementiert so den Ist-Zustand der herrschenden Verhältnisse und ist damit auch konterrevolutionär.
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Bisherige Ansätze, über die innerlinke Katastrophe im Umgang mit den Corona-Maßnahmen nachträglich in einen Dialog zu kommen, sind von den dafür verantwortlichen autoritären Krieger*innen abgewiesen worden. Bisherige Vorschläge zu einem linken „Corona-Kongress“ waren wegen der inhaltlichen Fokussierung auf den Virus aus meiner Sicht aber auch schlicht eine Themaverfehlungen. Wir müssen nicht über medizinisch-epidemiologische Aspekte streiten, wir müssen erst einmal ein solidarisches Streiten erlernen, erst dann können wir uns konstruktiv auseinandersetzen, egal um welches Thema es geht, ob um den Ukraine-Krieg, den Nahost-Konflikt oder die Faschisierung der USA, Argentiniens und und anderer Staaten.
Was wir brauchen ist ein kompletter Neuanfang, in dem wir all diese ungelösten Konflikte analysieren und besprechen, nicht nur – aber auch – „Corona“. Zwingende Voraussetzungen dafür sind m.E. Beschäftigung mit gewaltfreier Kommunikation (GfK) und Konsenskultur15. Wenn wir nicht endlich Mut zu einer linksinternen Revolution gegen die herrschende Krieger*innenkultur finden und uns damit auch die Möglichkeit erarbeiten, auch nach außen kommunikativen Anschluss an die Gesellschaft zu finden, um gemeinsam mit dieser doch großen Zahl an potentiellen Bündnisparter*innen die Gesellschaft von innen heraus zu verändern.
Wie der Autor des Konspirationistischen Manifests pessimistisch (aber zurecht) hinweist, werden wir viele sich als „Linke“ verstehende Menschen nicht erreichen. Binäres Denken führt immer zu in sich geschlossenen Weltbildern und Diskursräumen und zu sektenähnlichen Gruppen. Deren Scheitern ist absehbar. Wir sollten uns aber von diesen Krieger*innen nicht aufhalten lassen und einen linken Neuanfang auch außerhalb der etablierten „linken“ Strukturen und Projekte suchen, aus denen die Autoritären alle Kritiker*innen vertrieben haben. Nicht in Parteien oder sonstigen hierarchischen Organisationsstrukturen, sondern mit den Konzepten autonomer Bezugsgruppen, der Politik der ersten Person und GfK in einer egalitären, also horizontalen / dezentralen Schwarm-Organisierung.
Als wesentliche erste Neuerung muss eine bewusste Unterscheidung für einen gewaltfreien internen Umgang und einen kämpferischen (aber eher an Selbstverteidigung orientierten) Umgang nach außen gesetzt und gelebt werden. Die vom herrschenden System übernommene kriegerische Lebensstrategie mit daraus gebildetem Schubladendenken und samt damit einhergehender Reflexe, politische Widersprüche mit Feindmarkierung oder gar Exklusion zu beantworten, muss ersetzt werden durch eine solidarische Grundhaltung auf Basis von Empathie / aktivem Zuhören, Offenheit, Sicherheit, Wertschätzung und Wohlwollen sowie Achtung / Respekt.
Eine Neue Radikale Linke ist notwendig.
Dancing Bull
1 Vgl. meinen Artikel »Die Implosion der „Radikalen“ Linken« vom 06.02.2022: https://solidarrevolution.noblogs.org/files/2024/08/Die_Implosion_der_Radikalen_Linken.pdf
2 Ab 25.10.2025 auf Instagram / Mastodon: https://www.instagram.com/p/DQT8bCSjZqa/?img_index=1 und https://kolektiva.social/@bini_adamczak@tldr.nettime.org/115432557875043899
3 https://taz.de/Kulturzentrum-Oyoun-in-Berlin-Neukoelln/!5999103/
4 https://linkezeitung.de/2026/02/07/hessischer-antisemitismusbeauftragter-fordert-verbot-der-juedischen-stimme/
5 https://martin-niemoeller-stiftung.de/martin-niemoeller/als-sie-die-kommunisten-holten
6 https://it.wikipedia.org/wiki/Leoncavallo_(centro_sociale)
7 https://it.wikipedia.org/wiki/Askatasuna_(centro_sociale)
8 https://www.agenzianova.com/de/news/Das-Sozialzentrum-Askatasuna-in-Turin-wurde-ger%C3%A4umt./
9 Weder Tagesschau (oder sonstiger ÖRR), noch taz oder Neues Deutschland – nur die Junge Welt berichtete sowohl von den Räumungen 2025, als auch von den Auseinandersetzungen in Turin am 31. Januar
10 https://www.youtube.com/watch?v=DwU9BdzC7S0
11 https://bonustracks2.noblogs.org/
12 Dellwo, Karl-Heinz und Baer, Willi (Hg.): Häuserkampf II, Wir wollen alles – Hausbesetzungen in Hamburg; Bibliothek des Widerstands Band 22, Laika Verlag, Hamburg 2013: im Bericht von Hella auf S.78
13 Das wurde spätestens dann ersichtlich, als bürgerliche Bäuerinnen bei den Auseinandersetzungen am Bauzaun Sand in leere Trinkdosen füllten und an die Autonomen als Wurfgeschossen weiter reichten.
14 Ich nenne hier bewusst keine Beispiele, da das solche Outings nur unterstützen würde. Wer aber des öfteren z.B. auf der Plattform Indymedia mitliest, deren Openposting-Prinzip inzwischen zur Plattform für Scheißhausparolen und -lügen verkommen ist, weiß von solchen Denunziationen.
15 https://solidarrevolution.noblogs.org/files/2024/08/Vortrag_Konsenskultur_-_Perspektive_Solidaritaet_2021.pdf